George Crumb Trio

Werkbeschreibungen

Johann Sebastian Bach
Sonate in C-Dur

Die Sonate in C-Dur galt lange Zeit als Komposition von Johann Sebastian Bach, was sich jedoch als wohl irrtümlich zurückweisen lässt. Dies schließt nicht aus, dass sie in seinem Umkreis entstanden und von ihm beeinflusst, teilweise sogar bearbeitet sein könnte. Gegen die Echtheit der Sonate spricht unter anderem dass sie vor allem in ihren beiden Sätzen kaum an das künstlerische Niveau des reifen Bach heranreicht, andererseits aber auch nicht als Jugendwerk gelten kann, da er unseres Wissens erst in Köthen Gelegenheit erhielt, für Querflöte zu schreiben.

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Johann Sebastian Bach
Sonate in E-Dur

Von Johann Sebastian Bach liegen uns zwei authentische Sonaten für Flöte und Generalbass in e-Moll und E-Dur vor. Die Entstehungsgeschichte der beiden Sonaten ist vergleichsweise unkompliziert. Als Quellen sind nur Abschriften erhalten. Die frühere e-Moll Sonate entstand, wie ein großer Teil von Bachs Kammermusik, wahrscheinlich in Köthen. Die Sonate in E-Dur, Bachs einzige sicher authentische Kammersonate, ist wohl für den Potsdamer Hof geschrieben, den Bach 1741 und 1747 besucht hat. Sie ist also wesentlich später komponiert.

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Johann Sebastian Bach
Sonate in e-Moll

Von Johann Sebastian Bach liegen uns zwei authentische Sonaten für Flöte und Generalbass in e-Moll und E-Dur vor. Die Entstehungsgeschichte der beiden Sonaten ist vergleichsweise unkompliziert. Als Quellen sind nur Abschriften erhalten. Die frühere e-Moll Sonate entstand, wie ein großer Teil von Bachs Kammermusik, wahrscheinlich in Köthen. Die Sonate in E-Dur, Bachs einzige sicher authentische Kammersonate, ist wohl für den Potsdamer Hof geschrieben, den Bach 1741 und 1747 besucht hat. Sie ist also wesentlich später komponiert.

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Christian Bachner (geb. 1971),

ein junger oberösterreichischer Jazzmusiker und Komponist schrieb das dreisätzige Werk „Two Faces“ für das „George Crumb-Trio“. Der unüberhörbare Einfluss des Jazz und eine gelungene rhythmische Struktur prägen dieses Stück. Der weiche Klang der Altflöte im zweiten Satz vermittelt Ruhe und Beschaulichkeit.

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Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Vierzehn Variationen Es-Dur Op. 44

Die Variationen Op. 44 (ursprünglich für Violine, Violoncello und Klavier geschrieben) sind hell, optimistisch, energisch und voll Spielfreude. Die Tonart Es-Dur garantiert strahlendes, unbekümmertes Musizieren dass manchmal an Die Zauberflöte erinnert. Die zwei Moll-Variationen (7 und 13) bieten zwar dunklere Farben aber ohne die Tiefe von Beethovenschens Adagios. Beethoven schafft es trotzdem durch große musikalische Kreativität jede Variation einen neuen Charakter zu geben. Das Thema ist harmonisch einfach und das Werk ist durch abwechslungsreiches Musizieren sowie rhythmische Prägnanz geprägt. Großartig instrumentiert ist Var. 8 wo Flöte und Cello durch getragene Triolenfiguren eine stimmungsvolle Begleitung für eine Klaviercantilene bilden. Die letzte Variation ist im schnellen 6/8 komponiert wird aber kurz von einem Andanteteil in C-Moll unterbrochen das aber gleich von einem Schlussstretta abgelöst wird und bringt somit das Stückt zu einem virtuosen Schluss

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Pierre-André Bovey
*17.10.1942

geboren in Lausanne. Er studierte Flöte bei André Bosshard in Bern, und André Jaunet am Konservatorium Zürich.
Er studierte dann Kontrapunkt und Komposition bei Rolf Looser. Pierre-André Bovey teilt seine Arbeit in das Unterrichten am Konservatorium von Bienne, Konzerten und der Komposition. Er dirigiert das Flötenensemble „Intercity Flute Players“.

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Florian Bramböck

1. Satz: Schubert bei Vera…
Franz Schubert ist in der Talkshow von Vera Russwurm eingeladen um sein neues Singspiel Rosamunde zu promoten. Außerdem hat Vera erfahren, dass
er schon an die 4oo Lieder geschrieben haben soll… Schubert kleidet sich an, Franz von Schober holt ihn ab, sie gehen guten Mutes zum ORF, und dort einmal gleich in die Kantine, bis eine ungeduldige Redakteurin auftaucht und sie zur Eile mahnt, und zwar so ungeschickt dass Schubert beschließt den Auftritt abzusagen, Schober muss es der Redakteurin beibringen…..beide gehen über den Umweg eines Gasthausbesuches heim…..Schubert am Ende allein, zieht sich um zum komponieren und weiterarbeiten…..
2. Satz: Beethoven im Computerladen…
Beethoven, der Titan, geht in ein Computergeschäft und will sich in ein Notenschreibprogramm einklinken, ärgert sich dass es Sibelius heißt, wird vom Verkäufer durch Komplimente beeinflusst und beginnt sich einzuarbeiten – erlebt dann noch die verschiedenen Phänomene die bei der Beschäftigung mit dem Medium Computer auftauchen – aber eigentlich ist das Stück ein einziges unwilliges Schütteln des dichten Haupthaares von Ludwig v. Beethoven.

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Chick Corea
Trio for Flute, Cello and Piano

Als höchst talentierter Pianist und Keyboardspieler hat Chick Corea sich auf allen Arten des Jazz-Pianos, aber auch des klassischen Repertoires als Meister erwiesen und hat Generationen von Jazzmusikern mit seinem Spiel geprägt. Er ist auch ein begabter Komponist mit einer stilistischen Bandbreite vom Jazz zu Fusion zu Latino-Musik bis hin zu Kammermusik und Orchesterwerken.
Über das Trio schreibt er. „Das Trio war mein erster Versuch Kammermusik zu schreiben. Zu dieser Zeit dachte ich, Kammermusik sei nur geschriebene Musik ohne Drums. Seither ist sie aber meine liebste Art von Musik geworden.“
Das Stück ist farbreich und (wie könnte das anders sein) rhythmisch spannend und differenziert. Die Schlussgruppe ist konzipiert wie Minimalmusic wo der Pianist im Innenraum des Klaviers die Saiten dämpft und hiermit eine Art Schlagzeugeffekt erreicht (the missing drums?) Chick Corea hat auf der CD „Inner Space“ das Trio selber aufgenommen

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Harry Crowl

Imagens Rupestres weist auf die Höhlenmalerei im Gebiet von Lagoa Santa, nicht weit von Belo Horizonte im Staat von Minas Gerais in Brasilien hin. Sie wurden vom Dänischen Naturwissenschaftler Dr. Lund in der ersten Hälfte der 19. Jahrhunderts entdeckt. Die zwei wichtigsten sind Lapinha und Maquiné. Die Musik entwickelt sich als eine Reise in die Tiefen dieser Grotten. Vier verschiedene Flöten werden verwendet: Piccolo, Flöte, Bassflöte und Oktobass. Sie passen gut zum Tonumfang des Cellos, der weidlich ausgenützt wird, wie auch zum Klavier. Je tiefer der Ton wird, desto tiefer geht es in die Grotten. Bei der Rückkehr an die Oberfläche sieht man auch das Licht wieder. In den Höhlen selbst gibt es viele Farben und Konturen, die in der Musik ausgedrückt werden.

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George Crumb (geb. 1929)

blieb immer ganz unberührt von zeitgenössischen Strömungen. Er schreibt nur das, was er hört. Das Resultat ist eine sehr naturverbundene, ausdrucksstarke Musik.
Crumb schreibt lyrische und klangschöne Musik, die ihre Wurzeln bei den Romantikern und Impressionisten hat.
Auch das Stück Vox Balaenae spiegelt seine Beziehung zur Natur. In neun Sätzen wird die Zeit von Anfang (Vocalise….. for the beginning of time) bis zum Ende (Sea Nocturne…… for the end of time) musikalisch dargestellt.
Der Titel heißt übersetzt „Die Stimme des Walfisches“. Der Wal ist für Crumb das Synonym für die Urnatur. Das Leben beginnt im Wasser und hört im Wasser auf. Deswegen wird das Stück im Konzert mit blauer Bühnenbeleuchtung aufgeführt. Die Musiker tragen Masken, um den persönlichen Ausdruck zu verwischen, denn bei diesem Stück steht die Natur und nicht der Mensch im Zentrum.

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Doug Hammond
Gathering Spirits“

Dieses Stück wurde für das George Crumb Trio komponiert, mit der Hoffnung dass der musikalische Geist angerufen würde, alle möglichen inneren Bewegungen zu sammeln in Hinblick auf ein hilfreiches, anmutiges, positives und mitfühlendes Ergebnis für diese neue Jahrhundert: Ein GROSSER Wunsch!

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Joseph Haydn
Trio in D-Dur, Hob. XV:16

Joseph Haydn (1732-1809) hat drei wunderbare Trios für Flöte, Violoncello und Klavier geschrieben. Das erste in D-Dur ist 1790 komponiert und gehört zu den besten Kammermusikwerken Haydns überhaupt. Das Trio ist fröhlich und hell und von Energie und großer Spielfreude geprägt. Der erste Satz ist virtuos aber gleichzeitig voll von unerwarteten Kontrasten. Plötzliche Mollfärbungen sowie rhythmische Überraschungen machen den Satz lebendig. Eine ungewöhnlich lange Durchführung gibt dem Satz eine besondere formale Balance. Der zweite Satz ist mit seinem Cellopizzicato wunderbar instrumentiert und lässt an die Orchesterwerke Haydns erinnern. Schnellere Figuren im Klavier getragen von ruhigen Achtelbewegungen in Flöte und Cello verleihen dem Satz eine besondere Farbe. Der letzte Satz ist in freier Rondoform geschrieben. Die Perioden, immer in kontrastierenden Tonarten, stehen gegenüber dem spielerischen Hauptthema. Energisch ist auch die Schlussgruppe, die wie ein Orchesterfinale den Satz beendet.

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Joseph Haydn
Trio in G-Dur, Hob. XV:15

Joseph Haydn (1732-1809) hat drei wunderbare Trios für Flöte, Violoncello und Klavier geschrieben. Das zweite in G-Dur ist 1790 geschrieben und vielleicht das klassischste von den drei Trios. Der erste Satz ist wie so oft bei Haydn in einem marschierenden rhythmisch prägnanten 4/4 Takt komponiert. Abwechslungsreiches Spiel zwischen den drei Instrumenten macht den Satz unkompliziert und kurzweilig. Harmonisch ist der Satz ohne große Überraschungen – hier steht der Rhythmus im Mittelpunkt. Der zweite Satz ist in 6/8 und mit seinem ruhigen wiegenden Rhythmus fast wie ein Siciliano komponiert. Das Thema, zuerst im Klavier präsentiert, erlebt viele Variationen – figuraler sowie harmonischer Art. Ein ungewöhnlich langer Mittelteil in C-Moll verleiht dem ursprünglich heiteren Satz unerwartete dunkle Farben. Der dritte Satz ist in freier Rondoform geschrieben und gehört zu den virtuosesten Sätzen Haydns. Voll Energie strebt das Hauptthema im Klavier nach oben und wird sofort von den anderen Instrumenten aufgegriffen und weiter ausgebaut. Die Episoden sind kontrastierend aber aus dem gleichen thematischen Ursprung wie das Hauptthema. Die Schlussgruppe auf einem haydnschen Orgelpunkt beendet den humorvollen Satz.

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Joseph Haydn
Trio in F-Dur, Hob. XV:17

Joseph Haydn (1732-1809) hat drei wunderbare Trios für Flöte, Violoncello und Klavier geschrieben. Das dritte Trio in F-Dur ist 1790 geschrieben und unterscheidet sich von den zwei anderen Trios dadurch, dass es nur zwei Sätze hat. Das Stück ist aber keineswegs unvollendet. Die zwei Sätze stehen in vollendeter Balance zu einander. Der erste Satz ist ein Allegrosatz aber mit einem relativ ruhigen Grundpuls. Dies ermöglicht schnelle Figuren getragen von einer ruhigen Viertelbewegung. Die Durchführung ist relativ lang und harmonisch sehr gewagt. Ein wunderbarer Des-Dur-Teil macht die Rückführung besonders interessant. Der zweite Satz – Tempo di Menuetto – ist harmonisch und ausgeglichen und das Konfliktpotential ist gering. Die Welt ist in Ordnung, und Haydn bringt somit das Trio in eine formale perfekte Balance.

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Katherine Hoover

gehört zu den meistgespielten Komponisten Amerikas und hat mit ihren Werken auch in Europa ein großes Publikum. Die Musik ist rhythmisch lebendig und erinnert mit ihrer freitonalen Sprache an Komponisten wie Bartok und Bernstein.
Die Ecksätze sind sehr schnell. Der dritte Satz besteht aus langen, unisonen Passagen wo Flöte / Cello und Klavier sich in schnellem Wechselspiel ablösen. Nur der zweite Satz mit dem Titel Serenade bietet Zeit zum Entspannen. In diesem Satz ist das Vorbild Bartok besonders deutlich zu hören.

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Johann Nepomuk Hummel (1778-1837)

wurde in Bratislava geboren. Er studierte Klavier bei Mozart und hatte, wie er, eine große Karriere als Wunderkind. 1804 – 11 war er Kapellmeister beim Fürst Esterhazy und ab 1819 am Hof in Weimar. Seine Werke sind virtuos und vom großen Vorbild Mozart geprägt. Es gelang Hummel aber trotzdem, einen eigenen Stil mit Wurzeln in der Frühromantik zu entwickeln. Das Klavier nimmt einen zentralen Platz im Schaffen Hummels ein. Er schrieb aber neben Klavier – und Kammermusik auch Orchesterwerke, Kirchenmusik und drei Opern.
Das Trio Op. 78 für Flöte, Violoncello und Klavier ist mit seinem romantischen Pathos typisch für den reifen Hummel. Das Stück gestaltet sich virtuos und farbenreich in einer brillanten Instrumentation, wo vor allem das Klavier eine zentrale Rolle spielt.
Der erste Satz erinnert an eine Opernarie und trägt nur die einfache Bezeichnung Cantabile. Flöte und Cello tragen die Linien, begleitet von ruhigen Klavierbewegungen. Der zweite Satz ist ein Variationssatz über ein eigenes Thema mit Volksmusikcharakter. In den insgesamt sieben Variationen präsentiert Hummel seinen unglaublichen Ideenreichtum reichend von Beethovenschen Klavierfiguren über langsame Klangflächen bis zum virtuosen Höhepunkt in der letzten Variation.

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Norman dello Joio (1913)

lässt in seinem kraftvollen Trio vor allem die Eigenheiten der einzelnen Instrumente zur Geltung kommen. Die rhythmisch stark strukturierten Ecksätze geben viel Raum für kammermusikalische Konversation. Im zweiten Satz wechselt Zartheit mit klanglicher Größe und verklingt in transzendenter Klarheit. In der harmonischen Textur dieses Trios erkennt man seinen Lehrer Paul Hindemith.

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Rudolf Jungwirth (geb. 1955)

Die Bezeichnung „hymnos“ will hier in seiner Bedeutung als Preislied an die Gottheit verstanden sein. Im ersten Stück stellt ein fragmentarisch im Papyrus von Oxyrynchos (Unterägypten) überlieferter frühchristlicher Hymnus aus dem dritten Jahrhundert nach Christi den melodischen Ausgangspunkt der Komposition dar. Sie ist geprägt von einer ruhigen weihevollen Bewegung sowie von gong- und glockenartigen Klängen des präparierten Klaviers, zarten Flageoletttönen und leisen Schellen- und Beckenklängen.
Der zweite hymnos ist eine Hommage an Olivier Messiaen und seine aus tiefem Glauben geschaffene Musik. Farbige Akkorde, Vogelstimmen und eine vielfältige Rhythmik durchziehen das kurze, teilweise ekstatische Stück, ohne wirklich messiaensche Modi zu verwenden oder Messiaen’s Musik zu zitieren. Ein ruhiger Nachsatz schließt mit einer fragenden Geste.
Hymnos III ist geprägt vom Namensmotiv „b-a-c-h“ und den klingenden Initialen Alfred Schnittkes „a-s(es)“, dessen Transpositionen in allen „treis hymnoi“ eine übergeordnete Rolle spielen. Im Abgesang wird an der Gegenwelt des Hymnischen gerührt und mit dunklen Tönen des Zagens und Verzagens treiben Zweifel und Nöte an die Oberfläche.

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Rudolf Jungwirth (geb. 1955)

Der Komposition MANDORLA (2003) für Flöte, Violoncello und Klavier liegt das gleichnamige Gedicht von Paul Celan zugrunde, ist quasi von diesem inspiriert.
Dem Stück geht ein Werk für gemischten Chor, Violoncello, Orgelpositiv, Röhrenglocken und Tam-Tam voraus, das ebenfalls im Vorjahr entstand und eine Vertonung desselben Textes darstellt.
Mandorla (Ital. für Mandel) meint den auf alten Gemälden häufig dargestellten, die Christusfigur umgebenden mandelförmigen Lichtschein zum Zeichen des Entrücktseins. Formal ist die Komposition bezüglich seiner Abschnitte symmetrisch angelegt. Das Stück ist die vierte kompositorische Auseinandersetzung Rudolph Jungwirths mit der Besetzung Flöte, Violoncello und Klavier

Mandorla – Paul Celan

In der Mandel – was steht in der Mandel?
Das Nichts.
Es steht das Nichts in der Mandel.
Da steht es und steht.
Im Nichts – wer steht da? Der König
Da steht der König, der König
Da steht er und steht
Judenlocke, wirst nicht grau.
Und dein Aug – wohin steht dein Auge?
Dein Aug steht der Mandel entgegen.
Dein Aug, dem Nichts steht entgegen
Es steht zum König.
So steht es und steht.
Menschenlocke, wirst nicht grau
Leere Mandel, königsblau.

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Rudolf Jungwirth (geb, 1955)

Die neun Stücke „au sanctuaire“ sind unter dem Eindruck des Besuchs der Höhlen und der Besichtigung der jungpaläolitischen Höhlenmalereien im Perigord (SW Frankreich) entstanden. Das Geheimnisvolle der frühen menschlichen Kultstätten und das Eintauchen in die so andere, magische Welt, fanden ihren Niederschlag in diesen Kompositionen. Das Ensemble mit seinem herkömmlichen Instrumentarium wird dabei durch verschiedene archaische Klänge erweitert. Zischen, Pfeifen, Summen, primitive Schwirrhölzer sowie Regenstäbe kommen zum Einsatz.

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Friedrich Kuhlau,

Kuhlau schrieb ca. 200 Werke für Flöte, davon sind 96 erhalten. Der Rest wurde bei einem Brand in seinem Haus vernichtet. Gerüchte besagen, dass er diesen womöglich selbst gelegt habe.
Das Trio für Flöte, Cello und Klavier liegt auch in einer Version für zwei Flöten und Klavier vor. Dieses dreisätzige Werk ist sicherlich eines der schönsten in Kuhlau’s Schaffen.

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Bernhard Lang (geb. 1957)
Differenz/Wiederholung 1

“The head is the organ of exchange
but the heart is the amorous organ of repetition”

G.Deleuze

Hervorgehend aus den Kritzelschriften der Stücke „Schrift 1-3“ und den Begegnungen mit der Schleifenästhetik Martin Arnolds entstand dieses erste Stück einer neuen Serie auf Anregung des George Crumb Trios.
Thematisiert wird hier das Spiel der differenten Repetitionen, der sich wiederholenden Differenzen, alles in Form einer notierenden Improvisation: gefundene Formen, kleine Dinge, durch die Mikroskopie der Repetition in den Blickpunkt gerückt, fortwährendes Vergessen und Wiederfinden.

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Bohuslav Martinu (1890 – 1954)

Das Trio für Flöte, Cello und Klavier gehört zu den eindruckvollsten Werken von Bohuslav Martinu. Mit einfachen Stilmitteln zeigt das Trio Stärke und Intensität. Spielfreude und Virtuosität prägen dieses Stück. Obwohl die Sätze oft unberechenbare harmonische Sprünge aufweisen, bleibt die Sprache tonal. Die Inspiration durch die Volksmusik seiner Heimat, kombiniert mit Eindrücken von Bartok und Stravinsky, verleihen dem Stück eine packende rhythmische Kraft.

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Felix Mendelsohn – Bartholdy (1809 – 1847)

Nachdem das Klaviertrio op. 49 im Frühjahr 1840 bei Breitkopf und Härtel in Leipzig erschienen war, erwähnte der Komponist in einem Brief an Moscheles die Bitte des Londoner Verlegers Ewer um eine Fassung für Flöte anstelle der Violine. Mendelsohn Bartholdy zog eine Herausgabe der Mittelsätze Andante und Scherzo als eigenständige Komposition mit dem Titel „Andante und Rondo“ in Erwägung, überließ aber dann die Entscheidung dem Verleger. Bei J.J. Ewer &Co erschien dann auch bald eine Ausgabe des vollständigen Werks mit alternativer Flötenstimme, mit dem Vermerk „This Trio is also arranged for pianoforte, flute and violoncello by the author.“ Anhand dieser Formulierung kann angenommen werden, dass die bis vor kurzem unbeachtete Zweitfassung mit Flöte entweder vom Komponisten selber stammt, oder von ihm autorisiert worden war. Die Änderungen sind zu genial, zu geschickt, um als Routinearbeiten eines vom Verleger angestellten Kopisten angesehen werden zu können. Sie stellen dieses beliebte Meisterwerk in ein ganz neues Licht.

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W. A. Mozart (1757 – 1791)

Schaffen für Klaviertrio erstreckt sich über ein Vierteljahrhundert. Der Bogen spannt sich dabei von den „Sechs Sonaten für Klavier, Violine oder Flöte und Violoncello“, die er als Achtjähriger für die englische Königin Charlotte Sophie schrieb über das heute gespielte, 1776 in Salzburg entstandene Divertimento bis zu den großen Trios seiner Wiener Zeit (1787 – 1788).
Waren die Frühwerke tatsächlich Klaviersonaten mit Begleitung eines Melodie- und eines Bassinstrumentes, so entwickelt die Violine (Flöte) beim Divertimento KV 254 bereits völlige Eigenständigkeit, das Cello bleibt aber weiterhin die Bassverstärkung. Erst in seinen fünf späten Trios betraut Mozart alle drei Instrumente mit gleichwertigen Aufgaben.
Den Kern des B-Dur Divertimentos bildet sicherlich das ausdrucksstarke Adagio, welches von zwei virtuos-brillanten beziehungsweise tänzerischen Sätzen umrahmt ist.

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Gabriel Pierne, (1863-1937)

Französischer Komponist, Organist und Dirigent. Er studierte bei Massenet und Ravel, ist aber trotz diesem starken Einfluss sich selbst treu geblieben und entwickelte eine sehr persönliche Tonsprache. Pierne ist ein sehr virtuoser Komponist und hat in fast allen Genres geschrieben. Orchestermusik, Kammermusik, Vokalmusik, acht Opern und zehn Ballette und dazu noch einiges an Gelegenheitsmusik in allen möglichen Besetzungen.
Das Trio “ Sonata da Camera „ für Flöte, Cello und Klavier ist ein sehr lebendiges Stück in drei Sätzen. Rhythmisch prägnant und mit überraschenden harmonischen Wendungen vermittelt das Stück große Musikalität und zeigt die außergewöhnliche Musikerpersönlichkeit Piernes. So wie Debussy hat auch Pierne sich mit alten Formen beschäftigt. Die drei Sätze tragen die Bezeichnungen Prelude, Sarabande und Finale, und bilden eine musikalische Einheit von großer Wirkung. Das Werk ist 1927 geschrieben und dem französischen Flötisten Louis Fleury gewidmet.

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Bob Priest,
Caboose 999

Caboose

last of the long
rides glint to spark
pushes the parallel
that meets
and never meets
is as much a travelling towards
as what is
left behind
long after the
last
(Clare Sykes)

“Caboose 999 ist mein letztes Werk des vergangenen Jahrhunderts and der 5. Teil einen sechsteiligen Zyklus, der dem großen Einfluss von Jimi Hendrix auf mein Leben und Werk Tribut zollt. Jimis Musik war für mich als 15-jähriger Südkalifornier im ersten Jahr auf der High School wohl wichtiger als der Einfluss von Crumb, meine Studien bei Messiaen, als der Zugang zu Ives’ sogenannten „Amerikanismen“ und spätere Studien bei Lutoslawski in Warschau. Der Kern für einen großen Teil meines Werkes bilden die ersten 15 Sekunden von Jimi’s „Foxy Lady“. Hier, in diesem kurzen Ausschnitte, finden oder hören wir eine ziemlich komplexe Gruppe von Parametern, die alle auf eine gestische Gestalt des Crescendos hinarbeiten. Wie die übereinandergelegten Folien einen Anatomiebuches kann Caboose 999 in Einzelteilen oder auf einmal gelesen/gehört werden. Jedenfalls wird der Genuss meines bescheidenen Klangbuffets durch sorgfältiges Folgen der Traumzeichen im Ohr stark verstärkt. Bon Voyage…..“

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Maurice Ravel, (1875-1937)

Ravel gehört zu den bedeutendsten Komponisten in der Musikgeschichte. Seine Werke gehören längst zum Standardrepertoire. Ein weniger bekannter Teil seines Schaffens sind seine Lieder. Aber ausgerechnet in der Vokalmusik kommen das harmonische Raffinement und die sensiblen Farben ausgezeichnet zu ihrem Recht. Die 1925 entstandenen Lieder „Chansons Madecasse “ sind für Singstimme, Flöte, Cello und Klavier nach Gedichten von Evariste Parny geschrieben. Einem Dichter des Rokoko dessen Lyrik von der tropischen Welt inspiriert war. Ravel schreibt selbst in seiner Autobiographie: “ Die „Chansons Madecasse“ scheinen mir ein neues dramatisches, ja sogar erotisches Element zu bringen, das durch den Gegenstand der Gedichte von Parny dort eingeführt wurde. Es ist eine Art von Quartett in dem die Singstimme die Rolle des Hauptinstruments spielt. Die Einfachheit herrscht vor, eine Unabhängigkeit die man noch betonter in der Violinsonate finden wird „. Die drei Lieder stellen unterschiedliche Charaktere dar. Das erste ist eine Art Nocturne, eine Liebessehnsucht mit starken erotischen Untertönen. Das zweite ist ein Triumphgesang über die weißen Eindringlinge und Eroberer. Das dritte Lied preist die Ruhe, die man im kühlen Abendwind findet.

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Michael Radanovics,
Jotted down/aufNOTI(e)RT

Ist ein 7-sätziges Stück für Flöte, Cello und Klavier. Die ungeradsätzigen Sätze(Hauptteile) sind mit Namen versehen: „Ein Lied“, „Ein Marsch“, „Fantasinfugionettina“, „Introduktion, Ballade und Rock’n Roll“; die geradsätzigen sind Intermezzi, die verbindenden Charakter haben. Sie sind sowohl Nachklang/Echo/Reflexion des vorangegangenen Satzes, als auch Vorahnung/Erwartung/Einstimmung für den folgenden.
Den Ursprung des musikalischen Materials bilden die Substrate jener Musik, die ich als Jugendlicher stark erlebt hatte (Rock, Pop, Jazz, aber auch klassische Musik). Mit meinen heutigen musikalischen Mitteln habe ich versucht, sie auf neue Art zusammenzusetzen um eine adäquate, zeitgemäße Ausdrucksform zu finden.
Der Titel des Werkes bezieht sich einerseits auf den ursprünglichen Auftraggeber, dem Trio „TRITON“ (Rückwärts gelesen: NOTIRT), andererseits auf eine Textstelle aus Bob Dylan’s „Mighty Quinn“.

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Hannes Raffaseder,
in Stille – AUFSCHREI!

Trio für Flöte, Violoncello und Klavier
Der Grundgedanke des zweite Satzes „AUFSCHREI!“ dieser Komposition geht auf eine Improvisation zurück, die ich nach einem Besuch eines Konzertes mit neuer Musik gemacht und im Computer festgehalten habe. Es war eines jener Konzerte mit Kompositionen, bei denen der Wille der Komponisten, „neu“ zu sein, meiner Ansicht nach eher zur Verkrampfung geführt hat… Alles war sehr ernst. Zugegeben war vieles durchaus interessant. Aber weniges war lustvoll, humorvoll, verspielt,…
Gleichsam als innerer Aufschrei, versuchte ich in dieser Improvisation meinem Spieltrieb freien Lauf zu lassen und einfach „nur“ Freude an Musik zu haben.
Wochen später analysierte ich die im Computer festgehaltenen Ideen, formte sie um, setzte sie neu zusammen, ergänzte sie… Aus diesem Material entstand schließlich der zweite Satz.
Den ersten Satz „in Stille“ komponierte ich im Anschluss daran ganz bewusst als Gegensatz. „Klang“ statt pulsierender Rhythmik; leise, zerbrechliche Töne statt lauten schroffen Akkorden, kurze melodiöse Floskeln statt perlenden Sechzehntelläufen.
Das alles vor allem, um mich selbst in Frage zu stellen. Gegensätze und Fragen halten mich in Bewegung. (Selbst)sicherheit führt zum Stillstand.
(Hannes Raffaseder, Mai 2000)

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Hannes Raffaseder,
„ausKLANG“

habe ich im September 1998 für das George Crumb-Trio komponiert, das die Komposition zur Uraufführung brachte. Nach dem Trio „in Stille – AUFSCHREI!“, das ich etwa ein Jahr zuvor komponiert habe, ist dies also mein zweites Werk für diese Besetzung.
„ausKLANG“ – der Titel verrät bereits meine kompositorischen Absichten: Nämlich ein Stück zu schreiben in dem Klang die zentrale Rolle spielt. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, für mich aber alles andere als typisch, da in vorangegangenen Stücken meist vor allem rhythmischen oder melodischen Entwicklungen mein Interesse galt.
Im Titel steckt freilich auch das Substantiv „Ausklang“ – etwa im Sinne von Nachklingen: Das mehr oder weniger langsame Ausklingen von Klängen in Räumen – der Nachhall -, führt zu Überlappungen, zum Ineinanderfließen von Klängen, zu „Verwischungen“ von Melodien…. Alles strebt zwar mit Bestimmtheit dem Ende zu, doch nichts reißt abrupt ab. Der Nachhall verstummt nur langsam, und meist erst dann, wenn bereits Neues den Raum erfüllt.
„ausKLANG“ passt auch gut zur Jahreszeit ( Spätsommer, Herbst ), in der es entstanden ist: schillernde Farben, diffuses Licht, ein paar letzte warme Tage….
In diesem Rahmen habe ich das Stück sehr intuitiv, ohne bewusste Rücksichtnahme auf irgendwelche Kompositionstheorien oder dergleichen komponiert. ( Dies ist übrigens sehr wohl typisch für mich ). Es gleicht also quasi einer „eingefrorenen Improvisation“… Die Interpreten sollen die Musik recht frei nachempfinden.
„Ruhig fließend, zart bewegt, suchend – kurz aufbrausend – den Klang nachspüren“.

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Anton Reicha (1770 – 1836)

hat sich in seinem kompositorischen Schaffen vor allem der Holzbläser und im besonderen der Flöte angenommen, war er doch während seiner Bonner Jugendzeit Flötist bei der dortigen kurfürstlichen Kapelle gewesen. Hier hat er auch den gleichaltrigen Beethoven kennengelernt und sich mit ihm befreundet – eine Freundschaft, die sich in Reicha’s späteren Wiener Jahren erhalten hat, auch wenn er Beethovens Musik teilweise kritisch beurteilte. Reicha ist in seinen Werken stilistisch eher ein Klassizist der Haydn-Nachfolge.
Seit Ende 1808 endgültig in Paris ansässig, sind hier auch die berühmten Bläserquintette (op.88, 91, 99 und 100) entstanden, die mit vollem Recht zu den besten ihrer Art zählen. Eines von Reichas Hauptanliegen hat sich freilich auf Dauer gesehen nicht verwirklichen lassen: nämlich den Blasinstrumenten im Musikleben einen ebenso gewichtigen Platz zu sichern wie den Saiteninstrumenten, denen nach wie vor uneingeschränkte Priorität zukommt .
Ein Werk ganz besonderer Art, nicht allein wegen der ungewöhnlichen Besetzung, stellt hier das 1824 entstandene Grand Quartuor Concertant für Pianoforte, Flöte (Violine), Fagott (Violoncello) und Violoncello in Es-Dur, op. 104 dar, das als eines der letzten Höhepunkte in Reicha’s kammermusikalischem Schaffen gelten muss.

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Ned Rorem

ist 1923 in Indiana USA geboren und studierte an der Juilliard School of Music bei Virgil Thomson. Rorem gehört zu den produktivsten und meist gespielten amerkanischen Komponisten überhaupt. Seine Riesenproduktion beinhaltet Musik in allen Genren : vier Klavierkonzerte, drei Symphonien, sechs Opern, einige hundert Lieder , viele Bühnenwerke und Kammermusikwerke und 14 Bücher. Von 1949 bis 1958 wohnte Rorem in Paris und eine europäische Inspiration ist unüberhörbar. Seine Werke sind von Komponisten wie Bartok und Hindemith beeinflusst, aber die Tonsprache ist trotzdem persönlich und von großer Kreativität geprägt.
Das Trio für Flöte, Violoncello und Klavier (1960) ist von thematischer Konzentration und großen Kontrasten geprägt.
Der erste Satz beginnt mit einem langsamen Misterioso . Die Flöte spielt ein freies Solo auf dunkelgefärbten Akkorden im Klavier und Violoncello.
Der Hauptsatz ist energisch, fast brutal im Charakter mit einer unglaublichen rhythmischen Energie. Der zweite Satz erinnert mit seiner Harmonik und musikalischen Gestik an Bartok. Die zerrissenen Figuren gehen an die Grenzen der instrumentalen Möglichkeiten und reichen dynamisch von ppp bis ffff. Der dritte Satz beginnt mit einem langen Violoncellosolo und ist mit seinen durchgehenden Achtelbewegungen eben so ruhig wie der zweite Satz dramatisch ist.
Der vierte Satz erinnert wieder an den ersten und treibt mit einer wilden rhythmischen Kraft das Stück zu einem virtuosen Schluss.

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